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Nationalismus

Der Kampf der Inder gegen Pepsi und Coke

Hunderttausende Händler haben die Getränke der US-Konzerne boykottiert: Dahinter steckt auch eine "Buy Indian"-Policy

Frederic Spohr Von Frederic Spohr
12. März 2017, Indien
Werbung von Pepsi in Indien. Foto: Avid Hills, CC BY-ND 2.0

fred Liebe Leserinnen und Leser, hunderttausende indische Händler im Süden des Subkontinents haben die Getränke von PepsiCo und Coca-Cola und Indien aus den Regalen geräumt. Vordergründig geht es bei dem Boykott darum, dass die US-Konzerne zu viel Wasser aus den Flüssen der von Dürre geplagten Region entnehmen – vor Gericht haben die Unternehmen jedoch Recht bekommen.

Die Wut gegen auf die PepsiCo und Coke reicht tiefer und deutet auf eine wachsende Skepsis gegenüber dem Westen hin. Die Idee für den Boykott kam bereits im Januar auf. Damals protestierten hunderttausende Inder für die Wiedereinführung des traditionellen Stierkampfes Jallikattu – ein Wettkampf, der zuvor auch wegen einer Kampagne der amerikanischen Tierschutzorganisation Peta verboten wurde. Der Hass auf die US-Tierschützer schürte eine prinzipielle Ablehnung gegen westliche Einflüsse und damit auch die omnipräsenten amerikanischen Getränke-Hersteller.

Lokale Lobbygruppen nutzen die hitzige Atmosphäre und machen bewusst weiter Stimmung gegen die Marken. Sie sehen auch die Chance, die eigene Getränke-Industrie zu fördern. Sollte der Boykott tatsächlich durchgezogen werden, könnte er die US-Konzerne empfindlich treffen. Analysten rechnen mit Einbußen in Höhe von 225 Millionen US-Dollarn für die Unternehmen – ein Teil davon könnte nun indische Kassen wandern.

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Die tägliche Schmiere: Rund zwei Drittel aller Inder haben im vergangenen Jahr laut einer Studie Bestechungsgelder gezahlt. Wer sonst noch wie schmieren muss, zeigt ein neuer Report von Transparency International. Hier eine Kurzfassung.

Herzliche Grüße aus Bangkok

Frederic Spohr

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