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So leben Inder von 44 Cent am Tag

Ein Selbstversuch.

Mathias Peer Von Mathias Peer
2. Dezember 2016, Indien
Frauen in Indien, Foto: Meena Kadri, CC BY-ND 2.0

Mathias PeerLiebe Leserinnen und Leser, Indien wird schon in wenigen Jahren der bevölkerungsreichste Staat der Welt sein. Bei der Zahl der in Armut lebenden Menschen ist das 1,3 Milliarden Einwohner große Land laut Weltbank schon jetzt Weltspitze: 270 Millionen Inder gelten als arm. Der junge Investmentbanker Tushar, der in den USA und in Singapur arbeitete und später nach Bangalore zurückkehrte, steht am anderen Ende des gesellschaftlichen Spektrums: Er kann sich teure Restaurants und eine Haushaltshilfe leisten – und möchte einen Beitrag leisten, um sein Land voranzubringen.

Doch Tushar erkannte: Von den wahren Lebensverhältnissen vieler Inder hat er keine Ahnung. Zusammen mit einem Freund wagte er deshalb ein Experiment: Sie versuchten von dem Betrag zu leben, den die Regierung als Armutsgrenze festgesetzt hatte: 26 Rupien, umgerechnet 44 Cent, am Tag. Für ihre Mahlzeiten kauften sie davon gekochten Reis, Wurzelgemüse, eine Banane und schwarzen Tee. Mit dem Bus zu fahren oder das Internet zu nutzen, konnten sie sich nicht leisten. In dem neuen Buch „Invisible People“ erzählen sie von dieser Erfahrung. Einen Ausschnitt kann man hier lesen.

Angesichts der extrem schwierigen Lebensumstände wundert es nicht, dass die Menschen am untersten Rand der indischen Gesellschaft am stärksten von den wirtschaftlichen Turbulenzen rund um die Währungsreform von Premierminister Narendra Modi betroffen sind: Das Nachrichtenportal „The Wire“ warnt: Inzwischen geht es um Leben und Tod.

Diese Inhalte empfehle ich Ihnen:

Auf der Flucht: Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit im buddhistischen Myanmar, der seit Jahrzehnten Unrecht getan wird. Nach einem neuen Ausbruch der Gewalt und der Zerstörung ganzer Dörfer sind derzeit Zehntausende von ihnen auf der Flucht. Doch niemand will die Gruppe aufnehmen. Was hinter der traurigen Geschichte steckt und warum sich Aktivisten enttäuscht von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zeigen, erklärt die Nachrichtenagentur AP in einer kompakten Zusammenfassung.

Gute Reise: Ein indisches Start-up-Unternehmen will bereits in gut einem Jahr auf dem Mond landen. Team Indus – ein Unternehmen das aus rund 100 Wissenschaftlern und Ingenieuren besteht – möchte das erste Privatunternehmen mit erfolgreicher Mondmission werden.

Neuer Name: Thailand hat am Donnerstag einen historischen Moment erlebt: Zum ersten Mal seit mehr als 70 Jahren bekam das Königreich einen neuen Monarchen. Das Volk muss sich jetzt nicht nur an ein neues Gesicht an der Staatsspitze gewöhnen, sondern auch an einen neuen Namen: Genannt wird der neue König ab sofort Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun. Wer die Person hinter dem langen Namen ist, erklärt das „Wall Street Journal“.

Merkwürdige Geschäfte: Der neue philippinische Sondergesandte in den USA ist der Mann, der in Manila den Trump-Tower errichtet. Auch in Indonesien und Indien hat der neue US-Präsident Geschäftsinteressen, die ihn in Interessenskonflikte bringen könnten. Die „New York Times“ liefert eine interessante Übersicht.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Viele Grüße aus Hongkong
Mathias Peer

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