Die Abtreibungspolitik von Trump gefährdet Frauen in Schwellenländern
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Trumps erste Opfer

Ein Erlass des US-Präsidenten hat Konsequenzen für Millionen Frauen in Schwellenländern.

Frederic Spohr Von Frederic Spohr
27. Januar 2017, Indien
Junge Frau in Indien. Foto: Harsha K R, CC BY-SA 2.0

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Liebe Leserinnen und Leser, kurz nach der Amtseinführung von Donald Trump diskutiert die Welt über das Ende von TPP und den Mauerbau zu Mexiko. Weniger Beachtung fand ein Dekret des Präsidenten, das für Millionen junge Frauen in Schwellenländern schwerwiegende Konsequenzen haben könnte.

Künftig bekommen ausländische Hilfsorganisationen von den USA keine finanzielle Unterstützung  mehr, wenn sie Abtreibungen oder eine Beratung darüber anbieten. Sie dürfen nicht einmal mehr darauf hinweisen, dass eine Abtreibung in dem jeweiligen Land eine legale Option wäre – so wie beispielsweise in Indien.

Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen befürchten einen sprunghaften Anstieg der Müttersterblichkeit. „Unabhängig wie hoch das Risiko oder die Hindernisse sind, werden Frauen weiterhin Wege suchen Schwangerschaften zu beenden“, heißt es aus der Organisation. „Und sie werden weiterhin unnötig sterben, wenn sie keinen Zugang zu sicheren Abtreibungen haben.“

Der Erlass dürfte zudem NGOs treffen,  die sich generell Familienplanung einsetzen, befürchtet die deutsche Stiftung für Weltbevölkerung. Es bestehe die Gefahr, dass sie ihre Aufklärungsarbeit oder die Verteilung von Verhütungsmitteln künftig einschränken müssen. Das wäre angesichts des rapiden Anstiegs der Weltbevölkerung eine gefährliche Entwicklung.

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Herzliche Grüße aus Bangkok

Frederic Spohr

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