Liebe Leserinnen und Leser, in Deutschland zittert man vor Ergebnissen der PISA-Studie. In Singapur freut man sich darauf, schließlich trumpft der Stadtstaat in dem Ranking regelmäßig auf. In den diese Woche veröffentlichten Ergebnissen waren Singapurs Schüler in allen drei Kategorien, also Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften auf Platz Nummer 1.
Dabei herrscht in Europa das Klischee, dass Schulen in Asien keine Kreativität fördern würden. Der Chef der PISA-Studie, Andreas Schleicher, kämpft seit Jahren gegen dieses Vorurteil an. Der Erfolg habe andere Gründe, sagt er. Tatsächlich werden in Singapur nur die besten eines Jahrgangs Lehrer – und sie bringen den Schülern erfolgreich bei, wie man Probleme löst.
Und es gibt kulturelle Unterschiede: Schüler in Singapur, Japan und China würden mit einer ganz anderen Einstellungen in die Schule gehen. Ihnen werde täglich vermittelt, dass harte Arbeit belohnt werde und gute Noten nicht das Resultat geerbter Intelligenz oder Talent wären, sagt Schleicher. Entsprechend motiviert machten sie die Schüler an die Arbeit.
Das kann jedoch auch zu Übertreibungen führen. Bildungsexperten weisen auch auf den extrem harten Wettbewerb innerhalb des Schulsystems hin. Der singapurische Bildungsforscher Christopher Gee sieht in Singapur ein „bildungstechnisches Wettrüsten“. Und ein Teil des Erfolges ist auch darauf zurückzuführen, dass 80 Prozent der Grundschüler in Singapur noch Nachhilfe nehmen.
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Herzliche Grüße aus Bangkok
Frederic Spohr
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