Diese Superreichen könnten Armut schlagartig beenden
Entwicklungshilfe

In drei Ländern könnten die reichsten Bürger die Armut alleine besiegen

Die Superreichen müssten dafür jeweils nur die Hälfte ihres Vermögens spenden.

Frederic Spohr Von Frederic Spohr
26. Januar 2016, China, Indien, Indonesien, Kolumbien, Philippinen
Luxus-Yacht im Hafen von Honululu. Foto: Foto: Daniel Ramirez, CC BY 2.0

Könnte ein Superreicher mit einer Spende die Armut in seinem Heimatland komplett beenden? In Swasiland, Georgien und Kolumbien wäre das möglich, hat Laurence Chandy, Forscher am Think Tank Brookings Institution in Washington, ausgerechnet.

15 Jahre lang könnte der jeweils reichste Mann dieser Länder mit regelmäßigen Zahlungen jeden Mitbürger über die von der Weltbank definierte Armutsgrenze von einem täglichen Einkommen von 1,90 US-Dollar heben – mit der Hoffnung, dass sie dann auf eigenen Beinen stehen.

Die Milliardäre müssten dafür nur die Hälfte ihres Vermögens spenden. Einige Superreiche sind so spendabel: Dem Aufruf von Bill Gates an Superreiche, im Rahmen seiner Initiative Giving Pledge einen Großteil ihres Kapitals zu spenden, sind immerhin bereits mehr als Hundert Milliardäre gefolgt.

Bekämpfen wir die Armut noch richtig?

In anderen Ländern würden die Reichtümer eines Einzelnen zumindest ausreichen, um die Armutsrate signifikant zu senken. In Indien, in dem noch mehr als 100 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze leben, könnte allein Mukesh Ambani die Armutsrate von 12 auf 10 Prozent drücken.  Würde er sich mit den anderen indischen Milliardären zusammentun, könnte er die Armut vollständig auslöschen. Auch die Milliardäre in Indonesien, auf den Philippinen und in China könnten die Armut in ihren Heimatländern so beenden.

Slum auf den Philippinen. Foto: John Christian Fjellestad, , CC BY 2.0

Slum auf den Philippinen. Foto: John Christian Fjellestad, , CC BY 2.0

Möglich ist das einerseits, weil Superreiche immer reicher werden. Gleichzeitig ist die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen zuletzt drastisch gesunken. Jedes Jahr müssten Chandy zufolge eigentlich nur noch 80 Milliarden Dollar ausgegeben werden, damit jeder Mensch über der Armutsgrenze leben könnte – zur Jahrtausendwende hätte das noch rund 200 Milliarden Dollar gekostet.

Mittlerweile übersteigt die geleistete internationale Entwicklungshilfe bei weitem den Betrag, der zur Schließung dieser Lücke notwendig wäre. Die OECD-Länder geben jährlich rund 135 Milliarden US-Dollar für Entwicklungshilfe aus, insgesamt fließt sogar rund 200 Milliarden Hilfe an die armen Staaten. Dieses Geld geht aber hauptsächlich in Infrastrukturprojekte wie Schulen, Brunnen oder Straßen – alles sinnvolle Dinge, von denen die meisten Menschen aber erst später profitieren.  Nur ein Bruchteil der Unterstützung geht direkt an die Bedürftigen. Das wirft die Frage auf: Wenn es mittlerweile nur noch so wenig kostet, die bitterste Armut zu beenden – warum machen wir es dann nicht einfach?

Fraglich ist natürlich, ob es nachhaltig ist, den armen Menschen einfach Cash in die Hand zu drücken. Unter Entwicklungsökonomen ist das ein umstrittener Ansatz – der zuletzt aber immer mehr Zustimmung fand. Auch immer mehr Staaten gehen dazu über, Arme per Direktzahlungen zu unterstützen.  Rund 83 Prozent der Schwellen- und Entwicklungsländer geben Cash an Bedürftige aus.

Mittleweile gibt es bereits NGOs, die sich auf die direkte Hilfe spezialisiert haben. So überweist die Organisation Give Directly beispielsweise Geld auf Handy-Konten von Bedürftigen – die Superreichen wissen also schon, an wen sie sich wenden können.

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2 Kommentare
  1. […] von Australien entspricht.  Die Superreichen könnten damit die Armut des Landes auf einen Schlag für mindestens 15 Jahre beenden – wenn sie nur die Hälfte ihres Vermögens spenden […]

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  2. Simon 29. Februar 2016

    Hallo danke für die interessanten Artikel, nach drei Jahren Entwicklungshilfe bin ich der Überzeugung dass nur Hilfe zur Selbsthilfe längerfristig Früchte trägt, und direkt Zahlungen in den neusten Fällen nur gerade im Moment der Zahlung etwas bringen aber sobald diese ausfällt sind die Leute am gleichen Punkt wie vorher.

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