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Chinas neue Freunde

Warum die Philippinen in Peking den Seitenwechsel vollziehen

Mathias Peer Von Mathias Peer
22. Oktober 2016, China, Philippinen
Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte trifft den chinesischen Botschafter Zhao Jianhua, Foto: Philippinisches Präsidialamt

Mathias PeerLiebe Leserinnen und Leser, in der Großen Halle des Volkes, an der Westseite des Tian’anmen-Platzes in Peking, vollzieht der philippinische Präsident Rodrigo Duterte endgültig den Seitenwechsel: „Ich erkläre meine Trennung von den Vereinigten Staaten – sowohl was die Wirtschaft, als auch was das Militär angeht.“ Das Ende einer jahrzehntelangen Allianz zwischen den USA und den Philippinen scheint damit besiegelt. Vor Chinas Regierungspolitikern und Wirtschaftsvertretern bewirbt sich Duterte stattdessen als Pekings neuer Partner: „Ich werde von euch für eine lange Zeit abhängig sein.“

Beobachter sehen in Dutertes Politik einen Versuch, Weltmächte gegeneinander auszuspielen, um zusätzliche Milliarden an Investitionen und Entwicklungsgeldern in sein Land zu holen. Denn China kann sich durchaus großzügig zeigen, wenn es darum geht, seinen Einfluss in Asien auszubauen: Bei einem Besuch in Kambodscha, das bereits seit Jahren auf Unterstützung aus China setzt, versprach Präsident Xi Jinping vergangene Woche 237 Millionen Dollar an weiteren Krediten. 89 Millionen Dollar an Schulden wurden erlassen. Zudem soll es Hilfe für Kambodschas Militär geben. Auch Laos baut auf die Spenden des großen Nachbars – wie eng die Länder aneinanderwachsen, ist an der Grenzstadt Boten zu sehen.

Duterte will seine Abkehr vom Westen unterdessen mit weiteren Allianzen zementieren: „Ich werde vielleicht auch nach Russland gehen, um mit Putin zu reden“, sagte er in Peking. „Wir drei gegen den Rest der Welt: China, die Philippinen und Russland.“

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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Viele Grüße aus Bangkok
Mathias Peer

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