Liebe Leserinnen und Leser, der Smog der Millionenstadt Agra setzt dem Taj Mahal ordentlich zu. Indiens wichtigste Touristenattraktion färbt sich langsam gelb. Und nicht nur das: Die giftige Luft gefährdet auch die Substanz des weißen Marmors.
Um das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert zu retten, verwenden die Restaurateure ein Verfahren, das auf traditioneller indischer Kosmetik beruht: Sie tragen eine etwa zwei Millimeter dicke Schicht mit kalkhaltigem Lehm auf. Nach einer Nacht wird der Schlamm wieder abgebürstet. Erstmals wird diese Methode ab kommenden April nun an der Hauptkuppel angewendet. Eine traurige Nachricht für Touristen: Ein Jahr wird ein hässliches Gerüst die Kuppel umgeben.
Die Luftverschmutzung ist schon länger eine Gefahr für das Bauwerk. In Agra ist der Smog manchmal schlimmer als in Delhi – das als eine der schmutzigsten Megastädte der Welt gilt. Die indischen Behörden ließen deswegen sogar schon Kohlekraftwerke in der Nähe des Taj Mahal abschalten und verboten mit Holz befeuerte Krematorien. Als besonders schädlich gilt jedoch die permanente Verbrennung von Müll, die von den Behörden kaum unterbunden wird.
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Herzliche Grüße aus Ahmedabad
Frederic Spohr
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