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Artenschutz

Kambodscha holt sich neue Tiger

Die Raubkatzen sind in Kambodscha ausgerottet. Jetzt will das Land neue Tiere importieren – und besser auf sie aufpassen.

Frederic Spohr Von Frederic Spohr
7. April 2016, Kambodscha
Tiger aus Indien könnten bald nach Kambodscha geschickt werden. Christopher Kray, CC BY 2.0

Die Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) hat diese Woche Tiger in Kambodscha für ausgerottet erklärt. Doch gleichzeitig kündigten die Tierschützer an, die Raubkatzen gemeinsam mit der Regierung im Rahmen eines bisher beispiellosen Projekts wieder anzusiedeln: Kambodscha will als erster Staat Tiger aus dem Ausland importieren und in seinen Wäldern auswildern. Der WWF hofft, dass so bis 2050 wieder 150 der Raubkatzen in Kambodscha leben. „Tiger zurück nach Kambodscha zu bringen, wäre das bisher eindrucksvollste Projekt einer Wiederansiedlung“, sagt Chhith Sam Ath, WWF-Chef in Kambodscha.

Das letzte Mal wurde in Kambodscha 2007 ein Tiger gesichtet, als er von einer versteckten Kamera fotografiert wurde. Einst soll es Dutzende oder sogar Hunderte Tiere in dem südostasiatischen Land gegeben haben. Doch die Tiger sind der massiven Abholzung der Wälder sowie Wilderern zum Opfer gefallen.

Tiger sind auf dem Schwarzmarkt ein Vermögen wert: In einem Bericht für das Sekretariat des Washingtoner Artenschutzabkommens heißt es, dass für eine Flasche Tigerwein Preise bis zu 500 Euro erzielt werden. Für Tigerwein werden beispielsweise die Knochen der Tiere verarbeitet. Die Raubkatzen spielen eine wichtige Rolle in der traditionellen chinesischen Medizin. Tiger-Waren werden in Asien aber auch immer mehr zu Lifestyle- und Luxusprodukten.

Das hat Konsequenzen: Laut dem WWF  gibt es weltweit nur noch rund 3200 wildlebende Tiger. Ihr Bestand hat sich innerhalb eines Jahrhunderts um 97 Prozent reduziert.

Damit die Tiger in Kambodscha nicht wieder ausgerottet werden, sollen sie diesmal besser mit geschützt werden. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für das Projekt, unter anderem werden bereits die Populationen von Beutetieren aufgepäppelt. Ein Regierungsbeamter sagte, bis spätestens 2018 sollen zwei Männchen und sechs Weibchen  im Mondulkiri-Schutzgebiet im Osten des Landes ausgewildert werden.

Indien will die Tiger liefern

Die Pläne der Regierung sind nicht ganz uneigennützig. Die Regierung hofft, so den Natur-Tourismus in dem armen Land zu unterstützen. Im Gegensatz zu vielen anderen Tiger-Gebieten in Südostasien, sei der Wald in der Provinz Mondulkiri für Touristen leicht zugänglich, heißt es. Insgesamt wird das Projekt wohl zwischen 20 und 50 Millionen US-Dollar kosten. Es soll mithilfe von Spenden aus anderen Ländern finanziert werden.

Wahrscheinlich werden die neuen Tiere aus Indien stammen. Dort herrschen in einigen Gebieten ähnliche Bedingungen wie in Kambodscha, zudem sind die Tiere genetisch ziemlich identisch mit den ausgerotteten Katzen. Indiens Regierung hatte vergangenes Jahr anderen Ländern Hilfe angeboten, da sich die Population auf dem Subkontinent erholt. „Wir können der Welt unsere Tiger geben“, sagte Indiens Umweltminister Prakash Javadekar. „Wir werden bald noch viel mehr haben.“

Indien hatte vorgemacht, dass man Tiger-Populationen neu aufbauen kann. Im Schutzgebiet Panna in Zentralindien waren die Katzen komplett ausgerottet. Zwischen 2008 und 2014 brachten Naturschützer vier Weibchen und zwei Männchen aus einem anderen Schutzgebiet in Indien in die Region. Mittlerweile sollen wieder mehr als zwei Dutzend Tiere durch das Reservat streifen.

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2 Kommentare
  1. […] Warum die Mönche die kleinen Tiger einfroren, bleibt vorerst ein Geheimnis. Den Behörden zufolge waren die Jungtiere nicht registriert. Auf ihrer Facebook-Seite haben die Mönche angegeben, sie hätten die Tiere auf Anraten eines Tierarztes eingefroren. Aktivisten vermuten dagegen, dass Körperteile der Tiere zu chinesischer Medizin verarbeitet werden sollten. Für eine Flasche Tigerwein werden laut der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund auf dem Schwarzmarkt Preise von bis zu 500 Euro bezahlt. […]

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  2. […] Landes beisteuert. Immer wichtiger wird aber auch die Natur als Attraktion. So will das Land bald Tiger aus Indien wieder auswildern, um Besucher […]

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