Neuer Rekord der Billig-Raumfahrer

Die indische Weltraumorganisation ISRO hat mit einer Rakete 104 Satelliten ins All befördert – Weltrekord

Frederic Spohr Von Frederic Spohr
20. Februar 2017, Indien
Indische Rakete beim Start. Foto: ISRO

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Liebe Leserinnen und Leser, indische Ingenieure haben am diesen Mittwoch Raumfahrtgeschichte geschrieben. Erstmals wurden mit einer Rakete 104 Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Bei den meisten handelten sich dabei zwar um sehr kleine Orbiter. Dennoch gilt das Manöver als nicht ganz einfach, weil die Gefahr besteht, dass die zahlreichen Satelliten beim Start kollidieren.

Die indische Weltraumagentur ISRO gilt als hocheffizient. Ihr Mars-Satellit Mangalyaan, der erste einer asiatischen Nation überhaupt, kostete mit rund 74 Millionen US-Dollar weniger als der amerikanische Science-Fiction-Film Gravity. Er prangt mittlerweile auf dem 2000-Rupien-Schein, der mit der jüngsten Bargeldreform in Umlauf kam. Bei ihren ambitionierten Missionen geht es um Prestige – aber auch um mehr Marktanteile im Geschäft mit Satelliten-Starts.

Uday Bhaskar, Direktor des Think Tanks Society for Policy Studies, geht davon aus, dass Indien einen Satelliten um 60 bis 70 Prozent günstiger ins All schießen kann als seine Wettbewerber. Möglich ist das auch dank der niedrigen Personalkosten. Ramabhadran Aravamudan, der frühere Chef des ISRO-Satellitenzentrums sagt, ein gut ausgebildeter Raumfahrt-Ingenieur würde gerade einmal rund 1.000 US-Dollar im Monat verdienen.

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Herzliche Grüße aus Bangkok

Frederic Spohr

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