Asien nimmt Abschied von der Verstromung von Kohle
Energie

Asien nimmt Abschied von der Kohle

Die Investitionen in neue Kohlekraftwerke in Indien und China brechen ein.


22. März 2017, China, Indien
Kohlekraftwerke in Indien. Foto: Spohr

Während US-Präsident Donald Trump der Kohle eine neue Chance will, beginnt sich Asien von dem Rohstoff  langsam zu verabschieden. Jahrelang investierten Indien und China Milliarden in die Kohleverstromung, doch nun deutet sich laut einem Bericht  eine Trendwende an.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2016 weltweit rund zwei Drittel weniger Kohlestromkapazität installiert, heißt es in dem Bericht der Umweltorganisationen Greenpeace, Sierra Club und CoalSwarm. Für den Kampf gegen den Klimawandel sind das gute Nachrichten: Dank der drastische Verlangsamung beim Ausbau werde das im Pariser Klimaabkommen beschlossene Zwei-Grad-Ziel realistisch, schreiben die Autoren der Studie – wenn die Entwicklung so weitergeht.

Die  einsetzende Abkehr von der Kohle in Indien und China hat globale Bedeutung. Hier  wurden den vergangenen zehn Jahren 86 Prozent der weltweit neuen Kohlemeiler errichtet. Doch jetzt liegen in den beiden Staaten insgesamt mehr als 100 Projekte auf Eis, wie es in dem Bericht heißt. 2016 war weltweit die Kapazität der eingefrorenen Projekte erstmals höher als jene, die durch neu begonnene Projekte hinzukommen soll.

Für den Trend gibt es mehrere Gründe: Aufgrund der starken Smogbelastung hat Chinas Regierung vergangenes Jahr zahlreiche Projekte gestoppt und sogar bereits mehrere Meiler stillgelegt. Ohnehin wurden in der Vergangenheit in China mehr Kohlekraftwerke gebaut, als eigentlich benötigt wurden.

Auch in Indien hat man sich beim Bedarf für Kohlestrom verkalkuliert. Dort haben Energieunternehmen zunehmend Schwierigkeiten, eine Finanzierung für Kohlekraftwerke zu bekommen. Im Dezember prognostizierte die Regierung, dass bis 2027 keine weiteren Kohlekraftwerksprojekte mehr begonnen werden müssen.

Stattdessen werden regenerative Energien immer schneller ausgebaut – vor allem dank sinkender Preise für die Anlagen.  Das Beratungsunternehmen KPMG geht davon aus, dass Solarstrom in Indien bis zum Jahr 2020 rund 10 Prozent billiger als Strom aus Kohle sein wird. Zahlreiche Kohlekraftwerke könnten deswegen schon bald unrentabel werden.

 

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