Monsun in Indien: Tödliche Gefahr und Wirtschaftsfaktor
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Tödliche Gefahr und Wirtschaftsfaktor

Indiens Regen kann der Wirtschaft kräftige Impulse geben, aber auch eine zerstörerische Kraft entwickeln.

Mathias Peer Von Mathias Peer
26. August 2016, Indien
Regenzeit in Indien, Foto: Kamaljith K V, CC BY 2.0

Mathias PeerLiebe Leserinnen und Leser, Regen ist in Asien eine ambivalente Angelegenheit. Er ist ebenso Lebensgrundlage wie tödliche Gefahr. Niederschläge können der Wirtschaft kräftige Impulse geben oder eine zerstörerische Kraft entwickeln. Zur Monsunzeit lässt sich das nirgendwo so gut beobachten wie in Indien.

In mehreren Bundesstaaten gibt es derzeit Überschwemmungen. Hunderte Menschen kamen seit Beginn der Regenzeit ums Leben, ganze Dörfer wurden weggespült. Dabei liegen die Niederschläge noch immer unter dem langjährigen Durchschnitt. Für die Landwirte ist das ein Problem: Sie haben wegen des Wetterphänomens El Niño bereits zwei Jahre mit Rekorddürren hinter sich.

Dass Indiens Wirtschaft besonders dann erblüht, wenn ausreichend Regen fällt, haben kürzlich Ökonomen der Deutschen Bank vorgerechnet. Sie beschäftigten sich mit dem Wetterereignis La Niña, das sehr oft nach El Niño auftritt und einen gegenteiligen Effekt hat: Statt Trockenheit gibt es dann jede Menge Niederschläge im Süden Asiens. Indien hatte in La-Niña-Jahren ein um drei Prozentpunkte höheres Wirtschaftswachstum. Auch der private Konsum und Investitionen lagen wuchsen deutlich stärker als sonst. Kein Wunder: 600 Millionen Inder sind von Einnahmen aus der Landwirtschaft abhängig.

Weil der Regen so wichtig ist, will sich auch Indiens Regierung besser auf ihn vorbereiten. Sie baut gerade für 60 Millionen Dollar einen Super-Computer auf, der den Monsun künftig deutlich genauer vorhersagen soll.

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Ich wünsche Ihnen dennoch ein harmonisches Wochenende.

Viele Grüße aus Bangkok
Mathias Peer

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